Systemisches Coaching

Systemisches Coaching zeigt Zusammenhänge auf und schafft Klarheit – für mehr Durchblick, Weichenstellung und bessere Entscheidungen.

Systemisches Coaching bringt ein Szenario «raus aus dem Kopf» und macht es sichtbar. Es zeigt Aspekte und Wechselwirkungen auf und bietet der Klientin oder dem Klienten eine Projektionsfläche. Es übersetzt gewissermassen energetische Prinzipien in Bilder.

Einsatzmöglichkeiten:

  • Kennenlernen und Verstehen der drei Grundkräfte in menschlichen Beziehungen (Zugehörigkeit, Ordnung, Ausgleich)
  • Kennenlernen und Verstehen von Verstrickungsdynamiken (Nachfolge, Erlösung, Identifizierung)
  • Konflikte auf geschäftlicher und privater Ebene sichtbar und «verstehbar» machen
  • Rollenkonflikte und Energien klären
  • Prioritäten setzen und Weichen stellen
  • Für Unternehmen: Kernwerte, Positionierung und Ausrichtung bestimmen

«Hilf mir, damit ich es mir vorstellen kann.»

Systemisches Coaching ist keine Therapie, bei der wir gezielt Emotionen triggern, in die Vergangenheit gehen und dort Blockaden lösen. Systemisches Coaching gibt Lösungsimpulse nach dem Motto: «Hilf mir, damit ich es mir vorstellen kann».

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Systemisches Coaching hilft uns, eine Situation zu verstehen und die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen.

Was heisst «systemisch?»

Zunächst einmal ist es nicht zu verwechseln mit «systematisch»:

  • Systematisch heisst, planmässig und konsequent vorgehen, einem System folgen.
  • Systemisch heisst, Dinge als System betrachten, einzelne Teile in Zusammenhang mit dem grossen Ganzen sehen, dem sie angehören. Im systemischen Coaching geht es um die Summe aller Beziehungen eines Individuums.

Jeder Mensch hat Vater und Mutter, eine Herkunftsfamilie, ein Umfeld, möglicherweise eine Wahlfamilie (Partner/in und Kind/er), arbeitet in einer Firma oder hat selbst eine, führt einen Haushalt usw. Unternehmen, Clubs, Vereine, die Nachbarschaft, Freunde, Schule, die Verwandtschaft, die Paarbeziehung, der Wohnort – all das und vieles mehr sind Systeme.

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Rollen: Vater, Sohn, Freund, Chef

Jeder Mensch spielt in verschiedenen Systemen eine Rolle. Ein Beispiel:

Adam, 45, selbstständiger Unternehmer, ist

  • Sohn seiner Eltern
  • Ehemann seiner Ehefrau
  • Vater seiner Tochter
  • Vorgesetzter seiner Angestellten
  • Geschäftspartner seines Geschäftspartners (die Firma gehört beiden je zur Hälfte)
  • Bester Freund seines besten Freundes
  • Vorstandsmitglied im Golfclub
  • Mitbesitzer eines Ferienhauses in der Toskana

Alles ist mit allem verbunden, so auch die verschiedenen Systeme, in denen ein Mensch eine Rolle spielt. Viele Probleme rühren daher, dass wir buchstäblich aus der Rolle fallen oder auf einer unbewussten Ebene mit den Schicksalen anderer Menschen (vor allem aus der Herkunftsfamilie) verstrickt sind. Das kostet uns Energie, blockiert unser Wachstum und macht es uns oft schwer, uns im Leben auszurichten und eigene Perspektiven zu entwickeln.

Im systemischen Coaching betrachten wir diese Systeme und die Rollen des Menschen darin einzeln und bringen sie in Beziehung zueinander. Wir schaffen Klarheit, indem wir beispielsweise die Rollen des Klienten oder der Klientin definieren und schauen, ob und wo er oder sie «aus der Rolle» fällt oder gebunden ist.

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Rollen klären: ein wichtiger Bestandteil des systemischen Coachings.

Rollenkonflikte sichtbar machen

Am Beispiel unseres Adams könnte das wie folgt aussehen:

Adams Geschäftspartner, nennen wir ihn Egon, ist seit vielen Jahren auch sein bester Freund. Egons Vater hat als Starthilfe Geld in das Geschäft von Adam und Egon gesteckt. Zwar sind Adam und Egon offiziell gleichberechtigt, doch im Alltag geschieht es immer wieder, dass Adam sich zurück nimmt und Egon den Vortritt lässt, obwohl Adam nicht immer einverstanden ist mit den Entscheidungen, die Egon trifft.

Adam regt sich auf, traut sich aber nicht, auf den Tisch zu hauen, weil Egon doch sein bester Freund ist und sie beide auf das Geld seines Vaters angewiesen sind, bis die Firma sich etabliert hat.

Seit einiger Zeit schläft Adam schlecht und hat häufig Magenbrennen, und Egon geht er privat aus dem Weg. Auch seine Familie leidet darunter: Adam ist oft übellaunig und fühlt sich energielos, kann sich eher schlecht als recht auf seine Frau einlassen und hat wenig Geduld mit seiner kleinen Tochter. Er weiss, dass es so nicht mehr lange weitergehen kann – doch was soll er tun? Wo liegt überhaupt das Problem?

Im systemischen Coaching wird Adam sein Rollenkonflikt erstmals richtig bewusst, weil er mit Hilfe von Figuren anschaulich dargestellt wird. Er erkennt, dass sich die Rolle des Geschäftspartners und diejenige des Freundes vermischt haben – und dass er sie klar trennen muss, um beruflich erfolgreich und als Mensch zufrieden zu sein. Gleiches gilt für Berufliches und Privates: Zu Hause ist Adam Ehepartner, Mann und Vater. Der Geschäftsmann bleibt im Büro.

Mit Unterstützung des Coaches schafft Adam Klarheit über seine Rollen und findet Lösungsmöglichkeiten.

Sie interessieren sich für ein systemisches Coaching? Ich freue mich auf Ihre Nachricht per Mail oder Telefon und beantworte gerne Ihre Fragen. 

Lektüre

Klaus P. Horn; Regine Brick: Organisationsaufstellung und systemisches Coaching
Bertold Ulsamer: Ohne Wurzeln keine Flügel. Die systemische Therapie von Bert Hellinger
Rubrik Connected hier im Blog