Streets of London

Schnarchende Zimmergenossinnen, Soho by night und viele gelatschte Kilometer: London für Gelassene.

Überraschung! Die Jugendherberge «Oxford Street» in London liegt gar nicht an der Oxford Street, sondern an der Noel Street gleich dahinter. Alles andere war genau so, wie es mir in Aussicht gestellt wurde, als ich das Zimmer buchte: zentral gelegen, freundlich, günstig.

Das Viererzimmer, in dem ich mein müdes Haupt zur Ruhe bettete, war voll belegt. Über mir schnarchte es, laut und lange. Die eine der beiden Koreanerinnen im Kajütenbett gegenüber bestand darauf, dass wir alle bei geschlossenem Fenster schliefen, weil ihr kalt war, und die andere liess das Licht brennen bis gegen zwei Uhr nachts.

Ich dankte Gott für die wunderbare Gelegenheit, mich in Gelassenheit zu üben und keinen Widerstand zu leisten gegen das, was ich nicht ändern konnte.

Undiscovered London: So geht Sightseeing

«Free Walking Tours every day» versprach die Schwarze Tafel, und so stand ich am nächsten Vormittag in der Lobby, wo ich auch prompt abgeholt wurde, von Colin, einem jungen Historiker, der sein Geld damit verdient, mit Touristen spazieren zu gehen und dabei sehr viel zu reden.

 

Undiscovered London ist eine prima Alternative zu Bustouren und langweiligen Museumsführungen. Man ist zwei Stunden lang zu Fuss mit einer lustigen, internationalen Truppe und einem engagierten Führer unterwegs und erfährt Dinge über London, nach denen zu fragen einem nicht im Traum eingefallen wäre.

Sehr beliebt, wie ich hörte, ist der Original Camden Pub Crawl, den man vorzugsweise mit unterlegtem Magen antritt, denn natürlich ist jede Menge Bier darin verwickelt. Man besucht Londons angesagteste Clubs und Musikschuppen, kriegt freien Eintritt, muss nicht anstehen, aber zusehen, wie man danach nach Hause kommt, ohne bierselig in die Themse zu torkeln.

Colin spricht.

Ich ging auf die Tour durch «Royal London», zu Fuss ab Jugendherberge bis zum Buckingham Palace, Westminster Abbey und Big Ben. Colin wusste bestens Bescheid über die Hochs und Tiefs der englischen Monarchie und darüber, wer wen warum enthaupten liess. «Free» ist übrigens nur diese eine Tour, die dem Anfüttern der Touristen dient; alle anderen kosten zwischen 12 und 15 Pfund, was ein total fairer Preis ist für das, was geboten wird.

 

 

Die Oyster Card: So kommt man rum

Ich war hauptsächlich zu Fuss unterwegs. Das Lösen einer Tageskarte (ab 12 Pfund) für den öffentlichen Verkehr lohnte sich nicht. Mit der Oyster Card bezahlt man für Einzelfahrten nur rund die Hälfte.

Die Oyster Card kriegst du am Automaten gegen ein Depot von 5 Pfund, und dann kannst du so viel Guthaben aufladen, wie du willst. An den Kontrollstellen wird dann der fällige Betrag automatisch abgebucht und du siehst den Saldo. Die Oyster Card mitsamt dem Restguthaben nimmst du mit nach Hause. Und beim nächsten London-Trip wieder mit. Sie ist unbeschränkt gültig.

Soho and Regent Street by night

Es waren aussergewöhnlich milde Tage, die ich in London verbrachte, und die Nächte waren ebenfalls mild. Mild und trocken. Beste Bedingungen für eine nächtliche Fotosafari. Als Festland-Europäer muss man einfach aufpassen, dass man dabei nicht überfahren wird, denn natürlich gilt der Linksverkehr auch nachts.

Kamera: Nikon Coolpix P6000

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