Das Achten des NICHT

Kind oder Karriere? Zeit oder Geld? Ja oder Nein? Du musst dich entscheiden. Und trauern um das, worauf du verzichtest.

Vom IST zum SOLL gelangt man in drei Schritten:

1) Vision
2) Entscheidung
3) Umsetzung

Jedes Ding hat seinen Preis. Damit du eine Entscheidung treffen kannst, die du später nicht bereust, musst du wissen, was es dich kostet.

Die Rede ist vom Achten des NICHT. Du verzichtest bewusst auf eine Sache zugunsten einer anderen. Auf Kinder zum Beispiel, weil du als Frau Karriere machen will. Oder weil du mit einem Mann zusammen bist, der keine Kinder will. Oder keine zeugen kann. Wie auch immer: Es ist ein Entscheid, der bewusst getroffen werden muss, und das Verlorene muss betrauert werden – umso mehr, wenn es ein Entscheid ist, der nicht rückgängig gemacht werden kann.

Wenn du das NICHT nicht achtest, läufst du Gefahr, dass es dir später leid tut. Dass du dir wünschst, du hättest anders entschieden, damals, als du noch die Wahl hattest – und bist du erst in diesem finsteren Kaninchenbau, öffnest du Selbstmitleid und Schuldgefühlen Tür und Tor.

Du hast immer eine Wahl

Ein Wort noch zur Verantwortung: Es wird immer wieder gerne gesagt, man hätte schon wollen, doch der andere habe nicht wollen, und so habe man keine Wahl gehabt. Das stimmt nicht. Du hast immer eine Wahl. Und alles, was du wählst, hat einen Preis. Auch wer nicht wählt, entscheidet.

Das Kinderhaben ist ein gutes Beispiel.

Angenommen, Eva will Kinder, Adam aber nicht, dann hat Eva genau zwei Möglichkeiten.

1) Sie entscheidet sich für Adam und verzichtet auf Kinder. Dann ist das zu 100 Prozent ihre Entscheidung, und sie kann Adam zu keinem Zeitpunkt dafür verantwortlich machen, wenn es ihr später leid tut («Wegen dir habe ich keine Kinder!»).

2) Sie verlässt Adam und sucht sich einen Mann, der Kinder will. Dasselbe gilt, wenn Adam zwar Kinder möchte, aber keine zeugen kann, aus welchem Grund auch immer. Egal, wie sehr sie ihn liebt oder wie leid er ihr tut: Es ist aus systemischer Sicht legitim, dass sie ihn verlässt, und niemand kann ihr dafür einen Vorwurf machen.

Damit du das NICHT achten und betrauern kannst, musst du genau wissen, was es beinhaltet.

Um bei dem Beispiel zu bleiben: Die Verantwortung für Entscheidungen wird immer wieder gerne abgeschoben. Wenn Eva sich gegen Kinder und für Adam entscheidet, muss sie damit leben, egal, wie es heraus kommt. Selbst wenn er sie 20 Jahre später wegen einer Jüngeren verlässt, mit der er dann Kinder hat, kann sie ihm ihr verpasstes Mutterglück nicht anlasten. Sie hat gewählt.

Klarheit schaffen über Hintergründe und Motive

Damit du das NICHT achten und betrauern kannst, musst du genau wissen, was es beinhaltet. Du musst wissen, worauf du verzichtest, jetzt und in Zukunft. Im systemischen Coaching werden Zusammenhänge sichtbar gemacht. Es wird Klarheit geschaffen über Hintergründe und Motive. Und wer den Durchblick hat, trifft bessere Entscheidungen.

Comments (0)

Leave a comment

Your email address will not be published. Required fields are marked *

4 × vier =