«Wir lieben die Menschen, die frisch heraussagen, was sie denken – falls sie das gleiche denken wie wir.»

Am 14. November 2011 fand im Beisein von Bundesrätin Simonetta Sommaruga eine Medienkonferenz zum Thema «Lohngleichheitsdialog» statt, an der die Sozialpartner und der Bund eine Zwischenbilanz des vor zwei Jahren gestarteten Lohngleichheitsdialogs zogen. Auf diesen Zeitpunkt hin wurde ein Leporello produziert, der Unternehmer/innen zeigen sollte, die den Lohngleichheitsdialog in ihrer Firma bereits pflegen. (An dieser Stelle noch einmal für alle: Nach wie vor ist in unserer schönen Schweiz gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit von Frauen und Männern nicht selbstverständlich.)
Der Lohngleichheitsdialog ist ein einmaliges Projekt, in dem sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber engagieren mit dem Ziel, möglichst viele Unternehmen aufzufordern, ihre Löhne freiwillig zu überprüfen und bei allfälligen Unterschieden zwischen den Geschlechtern anzupassen. Es ist ein einzigartiger Versuch, dem Recht auf gleichen Lohn für Mann und Frau zum Durchbruch zu verhelfen, ohne dass der Staat mit Zwang eingreifen muss.

Für den Leporello interviewte ich im Auftrag der Agentur Werbelinie AG Unternehmer/innen, verfasste die Statements, holte das «Gut zum Text» ein, führte die Autorkorrekturen aus und organisierte Porträtfotos und Logos. Mit dem Auftrag waren zwei Herausforderungen verbunden, nämlich erstens der sportliche Zeitplan von rund zehn Tagen ab Bekanntgabe der Interviewpartner bis zum Gut zum Text, und zweitens der Umstand, dass 12 Leute etwas Unterschiedliches zum selben Thema sagen sollten, denn es bestand ja der Anspruch, dass die Statements möglichst eigenständig sein sollten.
Gut Ding wollt’ Eile haben
Klar, man könnte sagen, zehn Tage Zeit sind doch komfortabel, nur vergisst man dabei, dass manche CEOs und andere Kaderleute sehr schwer beschäftigt, oft im Ausland oder dauerbesetzt sind, was eher ungünstig ist, wenn es darum geht, das Okay zum Text zu bekommen. Zu meiner grossen Freude ging aber alles recht flott: Die Interviewpartner waren von der blu beratung gmbh bestens gebrieft worden, einzelne verfassten ihr Statement gleich selbst und es gab nur vereinzelte Korrekturen an den fertigen Texten.
Mit dem Resultat sind alle zufrieden – und ich habe wieder etwas gelernt: Das Thema war mir vorher fremd gewesen, und einmal mehr freue ich mich darüber, dass ich bei meiner Arbeit immer wieder Neues kennenlerne – Menschen, Themen und Anliegen. Cool!
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