«Ich sag mal: Man muss die Tonne raus stellen, so lange es noch regnet.»

Profifischer an der Arbeit: Flamingos im Tierpark Dählhölzli, Bern.
Heute Morgen, auf Twitter: Ich beschäftige mich aktuell ein bisschen mit dem Thema Geocaching und fragte mich, wie man da wohl am besten einsteigt. Also veröffentlichte ich auf Twitter einen Tweet mit eben dieser Frage. Postwendend trafen mehrere hilfreiche Antworten ein, darunter Tipps betreffend GPS-Geräte-Wahl und sogar ein konkretes Angebot eines erfahrenen Geocachers, uns einmal mit auf eine Tour zu nehmen. Das alles dauerte rund zehn Minuten. Ich muss schon sagen: Dieses Twitter ist eine feine Sache.
Jüngst gab ein von mir sehr geschätzter Unternehmens- und Lebens-Coach bekannt, sich aus Facebook, Twitter und Xing zurückzuziehen, weil er der Meinung war, dort gehe es doch letztlich nur darum, wer am meisten «Gefällt mir»-Klicks und Anerkennung bekomme, und das, so der Coach, sei ganz und gar unwassermännisch. Social Media – ein Jahrmarkt der Eitelkeiten?
«Die Information findet mich»
Gewiss. Unter anderem. Wer will, der kann. Social Media ist für jeden, was er daraus macht. Für mich sind die sozialen Medien eine super Informationsquelle für alle möglichen Themen. Und ich bin nicht die einzige, die so denkt: Der Ausspruch «Die Information findet mich» stand ganz am Anfang des Hypes um Social Media, als die unter der Informationslast ächzende Menschheit erkannte, dass sie sich über Social Media genau diejenigen Infos zukommen lassen kann, die sie wünscht – selektiv und individuell. Mittels RSS-Feed, abonnierten Blogs, Facebook Seiten sowie Twitterern, denen wir folgen, finden uns Informationen, die wir für uns als wichtig oder interessant erachten.
Wer sich beklagt über all den Müll, der bei ihm über Facebook reinkommt, sollte vielleicht einmal seine Freundesliste oder die von ihm gelikten Seiten überprüfen. Und wer denkt, es gehe bei Social Media einzig und allein um die virtuelle Nabelschau und um die Popularität der eigenen Person im Netz, hat nur einen Teil davon begriffen.
Social Media sind für alle da
Mittels Social Media kann ich mich mit Menschen vernetzen, die ähnliche Interessen haben wie ich – unabhängig davon, wo auf dem Erdball sie sich befinden. Ich kann nach Information fischen und werde fündig, und manchmal helfen mir dabei Menschen, die ich überhaupt nicht kenne, ganz einfach, weil sie es wollen, ohne dass sie daraus einen konkreten Profit ziehen. Die Nutzung von Social Media ist weit gehend unabhängig von Status, Reichtum, Kultur und Standort und somit eine Sache, die nicht den Reichen, Schönen und Gebildeten vorenthalten ist. Damit unterstützen Social Media die Forderung bzw. Qualität des Wassermannzeitalters nach Gleichberechtigung, Individualität und dem Abbau von Schranken und Hierarchien.
Und übrigens: Die Essenz von Social Media ist der Dialog. Und den werden wir brauchen, um kommende Herausforderungen zu meistern, nicht nur in der Unternehmenskommunikation.
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